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07.04.2020, Kempten

Covid-19: Sichtungszelt erste Anlaufstation für Notfallpatienten

Sichtungszelt geht in Kempten in Betrieb “Niemand kommt mehr unkontrolliert ins Haus”

Im Sichtungszelt vor der Notaufnahme des Klinikums Kempten werden alle Patienten einem Covid-19-Screening unterzogen: Getrennte Eingänge zum Sichtungszelt bestehen für Rettungsdienste und privat angereiste Notfallpatienten (im Vordergrund der Patienteneingang).
Foto: Cilia Schramm/Klinikverbund Allgäu

                       

Rettungsdienste und Patienten gelangen seit Montag, 6. April, nur noch über ein Sichtungszelt in die Zentrale Interdisziplinäre Notaufnahme (ZINA) am Klinikum Kempten. „Die Maßnahme wurde notwendig, da derzeit nicht absehbar ist, wie sich die Covid-19-Pandemie in der Region weiter entwickeln wird“, erläutert Chefärztin Dr. Dagmar Strauß. „Wir trennen auf diese Weise infektiöse und nicht infektiöse Patienten schnellstmöglich, um die reguläre Patientenversorgung im Klinikum aufrecht zu erhalten.“ Ebenso wie an den Standorten Immenstadt und Mindelheim werden Patienten mit dem Corona-Virus frühzeitig identifiziert und von den anderen Erkrankten isoliert, noch bevor sie in die Notaufnahme gelangen.

Für Rettungsdienste und privat angereiste Notfallpatienten bestehen am Klinikum Kempten getrennte Eingänge zum Sichtungszelt. Bei den Erkrankten wird zunächst Fieber gemessen. Mittels Pulsoxymeter wird die Sauerstoffsättigung des Körpers ermittelt. Die Patienten werden auch nach möglichen Covid-Kontaktpersonen bzw. nach einer möglichen bereits erfolgten Testung befragt. Patienten mit Covid-Verdacht ohne relevante Symptome verbleiben im Zelt und werden dort ärztlich behandelt.

Infektiöse Patienten, die einer weiteren medizinischen Abklärung bedürfen bzw. aller Voraussicht nach stationär behandelt werden müssen, kommen in einen gesonderten Bereich der Notaufnahme. Dr. Strauß: „Sie werden von den nicht infektiösen Patienten strikt separiert.“ Beide Patientengruppen werden zudem von getrennten Ärzte- und Pflegeteams betreut.

Aktuell bestehen nur noch zwei Zugänge zum Klinikum Kempten: der Haupteingang und das Sichtungszelt an der ZINA. Auch am Haupteingang wird ein Screening mittels Fragebogen auf Covid-Risiko durchgeführt. Dr. Strauß: „Niemand kommt mehr unkontrolliert ins Haus.“ Neben dem Sichtungszelt vor der Notaufnahme wurden auch zusätzliche Container auf-gestellt. In diesen befindet sich jetzt die Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern. Patienten, die diese Praxis aufsuchen, werden bis auf weiteres dort zu den gewohnten Öffnungszeiten ärztlich versorgt.

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