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11.08.2017
, Kempten
Vor Zeckenbissen schützen
Bei Verdacht auf Borreliose rechtzeitig zum Arzt – Prof. Dr. Rolf Kern informiert

Sommerzeit ist Zeckenzeit. Dann sind die kleinen Plagegeister wieder aktiv und lauern auf Gräsern oder in Büschen auf ihre Opfer. Wer in Wald und Flur  unterwegs ist, sollte sich vor Zeckenbissen schützen. Denn die Spinnentiere können beim Menschen eine Reihe von Infektionen auslösen, insbesondere die Borreliose und die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME).
Oftmals bleibt der Zeckenbiss zunächst unerkannt.  „Nach dem Biss einer infizierten Zecke können die ersten Anzeichen einer Borreliose schon nach kurzer Zeit oder erst nach Wochen auftreten – dann, wenn dieser längst vergessen ist. Das macht es unter Umständen für den Betroffenen so schwierig, die Symptome auf diesen Biss zurück zu führen“, erklärt Professor Kern, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum Kempten.
Die sogenannte Lyme-Borreliose habe viele Facetten, vom wandernden „roten Hof“ (Erythema migrans) über Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen bis hin zu  Lähmungserscheinungen in Armen und Beinen (Neuroborreliose). Tritt eine Hirnhautentzündung (Meningitis) auf,  kann es neben Kopfschmerzen zu Nackensteifigkeit und zu hohem Fieber kommen.
„Im Rahmen eines Hirnnerven-Befalls kann es auch zu einer ein- oder beidseitigen Gesichtslähmung kommen. Dann kann fälschlicherweise an einen Schlaganfall gedacht werden“, berichtet Professor Kern aus der Praxis. Besteht der Verdacht auf eine Borreliose, wird zunächst ein Bluttest durchgeführt. Bei neurologischen Ausfällen wird am Klinikum Kempten untersucht, ob eine Neuroborreliose vorliegt. Hierzu sind unter Umständen spezielle Untersuchungen wie Messungen der Nervenleitgeschwindigkeit und eine Lumbalpunktion („Nervenwasser“) erforderlich. „Im Fall eines positiven Befundes kann hier auch gleich eine zielgerichtete Therapie begonnen werden“, so der Chefarzt weiter.
Wird die Borreliose rechtzeitig erkannt, schafft meist eine Antibiotika-Therapie Abhilfe. Bei einer fortgeschrittenen Entzündung des Gehirns und des Rückenmarks können laut Prof. Kern aber auch Schäden zurück bleiben. Er rät deshalb, im Zweifelsfall den Arzt immer rechtzeitig aufzusuchen. „Leider gibt es gegen die Borreliose keine Impfung“, bedauert Prof. Kern. Allerdings könne gegen die ebenfalls über Zeckenbisse übertragene und auch im Allgäu vorkommende Hirnhautentzündung FSME geimpft werden.

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